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Alles über Adam

Regie: Gerard Stembridge
mit Stuart Townsend, Kate Hudson,
Frances O`Connor u.a.
GB/Irland 1999, 97 Min.

Kaum hat sich Lucy aus der enttäuschenden Beziehung mit einem Komiker herausgewunden, da begegnet sie dem charmanten und gut aussehenden Adam. Und der ist nicht nur ein echter Traummann, sondern wird auch von Lucys überkritischer Familie schnell ins Herz geschlossen.
Was wie eine typische Hollywood-Komödie beginnt, entpuppt sich schon bald als sehr unkonventioneller Liebesfilm. Denn während der Zuschauer noch gespannt auf den Haken an der Sache wartet, gibt es nach ungefähr einer halben Stunde eine Zäsur und wir erleben die gleiche Geschichte noch einmal, diesmal allerdings aus der Perspektive von Lucys schüchterner und hoch gebildeter Schwester Laura. Auch sie verfällt Adam, der bei ihr aber eine ganz andere Masche aufzieht und sich zum zerstreuten Intellektuellen mausert. Und noch bevor dieser zweite Handlungsstrang zu Ende gesponnen ist, gibt es erneut einen Wechsel der Erzählperspektive: Der Zuschauer sieht die Ereignisse, wie sie von Lucys Bruder David wahrgenommen werden, dessen Männerfreundschaft zu Adam schon bald einen ganz neuen Level an Intimität erreicht. Doch damit nicht genug. Schließlich gibt es da noch Lucys älteste Schwester Alice...
Die Idee, die gleiche Geschichte aus mehreren Blickwinkeln zu erzählen, ist sicherlich nicht neu. Was Stembridges Film allerdings so eigenständig und innovativ macht, ist die Tatsache, dass er die verschiedenen Perspektiven der Reihe nach durchgeht, anstatt zwischen ihnen hin und her zu springen. Dabei beschränkt er sich auch nicht darauf, nur eine bestimmte Zeitschleife immer wieder neu zu erzählen, sondern treibt die Story mit den wechselnden Blickwinkeln stets weiter voran. So begleitet der Zuschauer Lucy nur bis zu ihrem Heiratsantrag, während wir ihrem Bruder und den Schwestern auch in den Wochen danach folgen und die einzelnen Subplots sich zunehmend überschneiden, bis aus den verschiedenen subjektiven Fragmenten eine in sich geschlossene Handlung wird. Natürlich tauchen bestimmte Schlüsselszenen immer wieder auf, doch da die inneren Monologe der jeweiligen Figur aus dem Off wiedergegeben werden, erscheinen selbst bekannte Szenen stets in einem ganz anderen Licht.
Mit einer gewissen Schadenfreude verfolgt der Zuschauer Adams ungenierte Anmache und Verführungsversuche, denen nicht nur die vier Geschwister, sondern auch gleich eine ganze Reihe von Hollywood-Klischees zum Opfer fallen.
 

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