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Kaum hat sich Lucy aus der
enttäuschenden Beziehung mit einem Komiker herausgewunden, da begegnet sie
dem charmanten und gut aussehenden Adam. Und der ist nicht nur ein echter
Traummann, sondern wird auch von Lucys überkritischer Familie schnell ins
Herz geschlossen.
Was wie eine typische Hollywood-Komödie beginnt, entpuppt sich schon bald
als sehr unkonventioneller Liebesfilm. Denn während der Zuschauer noch
gespannt auf den Haken an der Sache wartet, gibt es nach ungefähr einer
halben Stunde eine Zäsur und wir erleben die gleiche Geschichte noch
einmal, diesmal allerdings aus der Perspektive von Lucys schüchterner und
hoch gebildeter Schwester Laura. Auch sie verfällt Adam, der bei ihr aber
eine ganz andere Masche aufzieht und sich zum zerstreuten Intellektuellen
mausert. Und noch bevor dieser zweite Handlungsstrang zu Ende gesponnen
ist, gibt es erneut einen Wechsel der Erzählperspektive: Der Zuschauer
sieht die Ereignisse, wie sie von Lucys Bruder David wahrgenommen werden,
dessen Männerfreundschaft zu Adam schon bald einen ganz neuen Level an
Intimität erreicht. Doch damit nicht genug. Schließlich gibt es da noch
Lucys älteste Schwester Alice...
Die Idee, die gleiche Geschichte aus mehreren Blickwinkeln zu erzählen,
ist sicherlich nicht neu. Was Stembridges Film allerdings so eigenständig
und innovativ macht, ist die Tatsache, dass er die verschiedenen
Perspektiven der Reihe nach durchgeht, anstatt zwischen ihnen hin und her
zu springen. Dabei beschränkt er sich auch nicht darauf, nur eine
bestimmte Zeitschleife immer wieder neu zu erzählen, sondern treibt die
Story mit den wechselnden Blickwinkeln stets weiter voran. So begleitet
der Zuschauer Lucy nur bis zu ihrem Heiratsantrag, während wir ihrem
Bruder und den Schwestern auch in den Wochen danach folgen und die
einzelnen Subplots sich zunehmend überschneiden, bis aus den verschiedenen
subjektiven Fragmenten eine in sich geschlossene Handlung wird. Natürlich
tauchen bestimmte Schlüsselszenen immer wieder auf, doch da die inneren
Monologe der jeweiligen Figur aus dem Off wiedergegeben werden, erscheinen
selbst bekannte Szenen stets in einem ganz anderen Licht.
Mit einer gewissen Schadenfreude verfolgt der Zuschauer Adams ungenierte
Anmache und Verführungsversuche, denen nicht nur die vier Geschwister,
sondern auch gleich eine ganze Reihe von Hollywood-Klischees zum Opfer
fallen.
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