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Außer Atem

Regie: Jean-Luc Godard
mit Jean-Paul Belmondo, Jean Seberg u.a.
F 19
60, 88 Min.
ausserat.jpg (7054 Byte)

»A bout de Souffle« war von Godard als Bruch mit den Traditionen des »Hollywood-Film« und Rückkehr zur Direktheit und Unmittelbarkeit des amerikanischen Gangsterfilms konzipiert worden. Sein Spiel mit dessen Mythen und Symbolen ist inzwischen längst selbst ein Kinomythos und, als Vorreiter der »Nouvelle Vague«, ein Meilenstein der Filmgeschichte. Obwohl viele seiner richtungweisenden Neuerungen, die damals einen Affront gegen sämtliche Kinokonventionen bedeuteten, heute als selbstverständlich gelten, hat der Film auch nach 30 Jahren nichts von seiner Frische verloren.
Godard revolutionierte das Filmschaffen in vielerlei Hinsicht. Zum einen löste er mit seiner beweglichen Handkamera und der damit verbundenen Lebendigkeit die konventionelle Kinoproduktion aus ihren starren Fesseln. Godards Bilder »atmen« und vermitteln die Hast und die rastlose Unruhe seines Helden und seiner Zeit. Zum anderen erneuerte er mit seiner oft waghalsigen, alle goldenen Regeln negierenden Montagetechnik, filmische Sehweisen.
»Außer Atem« initiierte die »Nouvelle Vague« einerseits und hievte andererseits einen bis dato unbekannten Schauspieler ins Rampenlicht. Jean-Paul Belmondos Karriere begann. Als flapsig-existentialistischer Gangster, für den nur das Alles-oder-Nichts zählt, hetzt er durch Paris. Die Liebe zu Patricia, die so gerne Ingrid (Bergmann?) heißen möchte, bestimmen seine letzten Fluchtbewegungen vor der Polizei. Er verkörpert die moderne, zeitgemäße Version des gebrochenen Helden, der nicht als moralisierendes Fossil an seiner Umwelt zerbricht, sondern von seiner Zeit bereits geprägt ist und diese Existenz kompromisslos auslebt. Patricia, Symbol der Geborgenheit, stößt ihn in die Kälte gefühlloser Anonymität zurück. Ihre Unsicherheit und Orientierungslosigkeit, die sie ständig nach Beweisen und damit Existenz-Belegen suchen lässt, vermag den linearen, konsequenten Ablauf seines Lebens nicht zu verhindern. Belmondo stirbt so sorglos wie er gelebt hat, mit einem Lächeln und einem lakonischen Spruch auf den Lippen.
 

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